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Laufend helfen

Der Benefizzweck des Meßkircher Stadtlaufs 2016 ist der Meßkircher Trimmdich-Pfad

Der Erlös wird für eine neue wetterfeste Station auf dem Trimmdich-Pfad verwendet. Dort sind einige Geräte morsch, deshalb mussten auch schon welche abgebaut werden. Zwar sind die Trimmdich-Pfade etwas aus der Mode gekommen, werden aber immer noch stark frequentiert. Die neuen Geräte sind mehr in Richtung modernere Fitnessgeräte konzipiert. Damit wird etwas angeschafft, das allen zugutekommt und das jeder benützen kann.


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Läufer schwitzen für die Drachenkinder

Am Samstag, 17. Juli, fällt beim Meßkircher Rathaus ab 15 Uhr der Startschuss zum Stadtlauf. Neben den Rundenzeiten und Platzierungen hat das Organisationsteam auch dieses Jahr wieder den sozialen Zweck berücksichtigt. Mit den Startgeldern werden die Radio-7-Drachenkinder unterstützt.

Markus Herz tauscht am 17. Juli wieder Anzug und Krawatte gegen Sporthose und Joggingschuhe aus. Das Vorstandsmitglied der Meßkircher Volksbank will sich für den Hobbylauf und den Staffellauf anmelden. „Schließlich laufe ich für einen guten Zweck“, sagt Herz. Nachdem in den vergangenen Jahren der Reinerlös des Stadtlaufs für schwerkranke junge Menschen aus dem Meßkircher Raum gespendet wurde, sind dieses Jahr die Radio-7-Drachenkinder an der Reihe.

Diese Aktion, mit der traumatisierten Kindern zwischen Alb und Bodensee, Schwarzwald und Allgäu geholfen wird, wurde 2005 ins Leben gerufen. „Drachenkinder sind Kinder und Jugendliche, die lebensbedrohliche Lebenssituationen haben oder hatten -- sei es durch Gewalteinwirkung, den Tod eines Familienmitglieds oder Krankheit“, sagt der aus Meßkirch stammende Jochen Marx-Janson, Medienberater bei Radio 7 in Tuttlingen. „Das seit einigen Jahren beim Stadtlauf existierende Spendenprojekt ,Laufend helfen‘ soll auch dieses Jahr einen sozialen Zweck erfüllen. Und die Drachenkinder erfüllen diesen Zweck“, sagt Thomas Schlude vom Organisationsteam. Der sportliche Ehrgeiz einerseits und der Benefizcharakter andererseits seien wichtige Bausteine der Laufveranstaltung, ergänzt er. „Deshalb hoffen wir schon auf rund 300 Teilnehmer“, sagt Klaus Hertrich, der für den Streckenverlauf zuständig ist. Der Rundkurs bleibe unverändert, die Strecke beim Hauptlauf betrage sieben Kilometer, ergänzt Hertrich. Heißt für die Teilnehmer des Hauptlaufs, vier Mal durch den Hofgarten und vier Mal durch die Altstadt laufen -- beobachtet von zahlreichen Zuschauern, die jeden einzelnen Läufer anfeuern sollen. Bevor der Hauptlauf gegen 17 Uhr gestartet wird, sind die vorherigen Teilnehmer der anderen Läufe bereits im Ziel angekommen.

Los geht‘s mit dem Schülerlauf männlich und weiblich um 15.15 Uhr, gefolgt vom Hobby-Jugendlauf ohne Altersklassenwertung. Gegen 16 Uhr drehen die Teilnehmer des Staffellaufs ihre Runden, danach machen sich die Bambini auf die 400 Meter lange Strecke. Mehr Resonanz als im Vorjahr verspricht sich das Organisationsteam vom Staffellauf für Firmen und Betriebe, Stammtische und Verein. Jeweils vier Läufer bilden eine Mannschaft. „Es gibt doch nichts Schöneres, wenn der Opa und sein Enkelkind in einem Team laufen“, sagt Markus Herz. „ Und zu gewinne gibt es auch noch etwas. Jeder Teilnehmer macht automatisch bei der großen Startnummerntombola mit attraktiven Sachpreisen mit. Die wahren Gewinner des 13. Meßkircher Stadtlaufs stehen bereits jetzt schon fest: die Radio-7-Drachenkinder.

Quelle: Schwäbische Zeitung, http://www.szon.de
von Redakteur Dirk Thannheimer


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Meßkirch läuft für den Trimmpfad

Der Erlös des Meßkircher Stadtlaufs kommt dieses Jahr der Ausstattung des Trimm-Pfads zugute. Der bisherige Trimm-dich-Pfad wird von der Stadt völlig neu gestaltet werden. Ein Sportgerät will der Turnverein dafür über den Stadtlauf finanzieren helfen. Wie in den Vorjahren ist der SÜDKURIER wieder Medienpartner des Stadtlaufs und des damit verbundenen Stadtfests in der Altstadt.

Meßkirch – Der Stadtlauf wird am Samstag, 12. Juli, ausgetragen. Das Meßkircher Stadtfest wird am 12. Juli und am Sonntag, 13. Juli, von der Stadt gemeinsam mit Vereinen und Gastronomen ausgerichtet. Auf Hochtouren laufen zurzeit die Vorbereitungen für den Stadtlauf.

Eine Hauptlauf-Strecke, auf der es ein paar Steigungen weniger zu bewältigen gibt, und ein neu kreierter Staffellauf für Mannschaften: Das sind die Neuerungen des Stadtlaufs in diesem Jahr. Das Organisationsteam möchte möglichst viele Sportbegeisterte für den Lauf durch die Kulisse der Meßkircher Innenstadt und des Hofgartens gewinnen.

Obwohl der Stadtlauf in diesem Jahr nicht im Rahmen des oberschwäbischen Laufcups stattfinden wird, sollen mit dem Hauptlauf wieder jede Menge ambitionierte Läufer gewonnen werden. Damit sich keiner von der schweren Strecke abschrecken lässt, wurde der Verlauf so geändert, dass bei beinahe gleicher Länge nur noch vier statt sechs Mal die Steigung der Conrad-Gröber-Straße erklommen werden muss. Um die Strecke entsprechend zu verlängern, wurden die Hofgarten-Runden eingebaut, die im Schatten der Bäume und auf der Ebene sicher die Läufer erfreuen werden.

Für die beste Mannschaft des neu geschaffenen Staffellaufs für Teams wird es als Lohn einen „Besser leben“- Pokal geben, den die Meßkircher Volksbank ausgelobt hat. Bei dem neuen Staffel-Wettbewerb werden Mannschaften mit vier Läufern nacheinander je eine Runde zu laufen haben. Hier können sich Vereine, Betriebe oder Familien zum gemeinsamen Lauferlebnis zusammenschließen. Vor allem für diesen Wettbewerb hoffen die Organisatoren noch auf zahlreiche Anmeldungen.

Für die Schülerläufe (ab 15.30 Uhr) bleibt es bei der alten Runde. Bis zum Jahrgang 1993 kann auf der 1,35 Kilometer langen Rundstrecke gestartet werden. Auch die Hobbyläufer brauchen sich nicht umgewöhnen, ihre 2,7 Kilometer lange Strecke besteht wieder aus den beiden gewohnten Runden. Sind diese Läufer im Ziel, wird um 16.30 Uhr der Startschuss für den neuen Staffel-Wettkampf fallen. Danach werden dann die Bambinis starten, bevor der Hauptlauf (17.30 Uhr) über sieben Kilometer gestartet wird.

Text: Manfred Dieterle-Jöchle


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Meßkirch läuft für Dominik Gedig

Zum dritten Mal wird der Hobbylauf des Meßkircher Stadtlaufs als Benefizlauf stattfinden. In Dominik Gedig ist es ein Handballer aus den eigenen Reihen, zu dessen Gunsten der Turnverein den Lauf veranstalten wird. Durch eine Entzündung des Hirnstamms wurde Dominik Gedig zum Pflegefall. Er kann weder laufen noch essen, er spricht auch nicht. Die Eltern haben ihn nach zweijährigem Klinik-Marathon nach Hause geholt und pflegen ihn.

"Bei dem Wetter geht es ihm nicht so gut", stellt seine Mutter Rosi Gedig fest und streichelt Dominik über die Wange, nachdem sie ihn im Bett wieder etwas aufgerichtet hat. Im Moment hat er Probleme, den Kopf selbst zu halten und zeigt auch sonst wenig Reaktion. Nur die großen brauen Augen bewegen sich rege und zeigen, dass er alles versteht und mitbekommt, was um ihn herum passiert.

"Residualzustand nach rezidivierender Hirnstammencephalitis, Spastische Tetraparese Dysphagie", steht auf dem Diagnosebogen des Krankenhauses und beschreibt den Zustand, den keiner erklären kann und von dem keiner sagen kann, woher der Wechsel von einem lebenslustigen jungen Sportler zum Pflegefall kam.

Dominiks Leidensgeschichte begann vor zwei Jahren, als der Elektroinstallateur kurz nach seinem 21.Geburtstag immer mehr über heftige Kopfschmerzen klagte. Nachdem mit Schmerzmittel nichts erreicht wurde, kam am 25. April 2005 aus dem Sigmaringer Krankenhaus die Diagnose Hirnstammencevalitis.

"Bis letztes Jahr konnte er noch gehen", berichtet Rosi Gedig. Mit jedem Schub, den eine neue Entzündung am Hirnstamm auslöste, verschlechterte sich die Beweglichkeit und der Zustand des Jungen. "Erst war es seine rechte Seite, dann sah er alles doppelt, dann kam es links und schließlich ein Totalausfall", schildert die Mutter. Immer wieder lag Dominik in Tübingen, unterbrochen von Reha-Maßnahmen in Allensbach und Gailingen. Vergangenes Jahr im August wurde bei ihm eine Biopsie am Hirnstamm durchgeführt, was so gefährlich war, dass der Chirurg diese erst gar nicht durchführen wollte. Aber es schien die letzte Möglichkeit zu sein, der Krankheit auf den Grund zu kommen. "Jetzt wissen wir nur, dass Dominik keinen Krebs hat", war das resignierende Ergebnis. Zwei Chemotherapien waren ebenfalls erfolglos und schwächten den Jungen so stark, dass er wochenlang an Lungenentzündungen litt.

"Seit November geht gar nichts mehr", beschreibt Mutter Rosi den Zustand, in dem sich Dominik im Moment befindet. In Tübingen konnte nicht mehr viel getan werden und die Ärztin riet den Eltern, Dominik in ein Heim zu geben. Sein Körper sollte sich erst einmal zwei Jahre erholen, um dann wieder die Kraft zurückzubekommen, die Funktionen neu zu erlernen. "Das kam für uns überhaupt nicht in Frage", entrüstet sich Rosi Gedig und so wurde zu Hause alles in Angriff genommen, um beim nächsten Besuch im Krankenhaus zu erklären, dass Dominik nach Hause kommt.

Es war eine große Umstellung für die ganze Familie mit Vater Erich und Bruder Sebastian, die nicht nur lernen mussten, mit dem Pflegefall umzugehen, sondern auch mit einer Flut von Anträgen und Behördenkram fertig zu werden. Aber Dominik vermittelt ihnen das Gefühl das er froh ist, zu Hause zu sein. Immer wieder kommen Freunde und Handballkollegen vorbei und sorgen für Abwechslung. Vor kurzem war es der frühere Torwart Norbert, der mit einem Videomitschnitt des Aufstiegsspiels gegen Bad Rothenfels im Mai 2004 vor der Tür stand, um das mit Dominik anzusehen. Da Rosi Gedig ein Urgestein unter den Meßkircher Handballern ist, wuchs Dominik praktisch mit diesem Sport auf und war mit Begeisterung dabei.

Mit dem Erlös des Stadtlaufs soll Dominik und seinen Eltern ein kleiner finanzieller Zuschuss gegeben werden, wenn sie jetzt ihre Mietwohnung gegen eine behindertengerechte Unterkunft eintauschen müssen. Außerdem soll auch, wie bei den Benefizläufen in der Vergangenheit, mit jedem einzelnen Läufer die Anteilnahme und die Solidarität vermittelt werden, um der Meßkircher Familie Kraft zu geben, ihr Schicksal zu meistern.


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Ein Teil des Erlöses beim Benefiz-Stadtlauf ist für behinderte 46-Jährige bestimmt:

Meßkircher wollen „laufend helfen“

Auch in diesem Jahr wird ein Teil des Erlöses des Hobbylaufes beim Meßkircher Stadtlauf am Samstag, 22. Juli, der vom SÜDKURIER präsentiert wird, wieder einer Familie zugute kommen, die ein schweres Schicksal tragen muss und sich daher mit dem Geld etwas Erleichterung verschaffen kann. Auch ein Teil des Eintrittserlöses des Vortrags von Herbert Steffny am Donnerstag, 6. Juli, um 20 Uhr in der Stadthalle, kommt dem Projekt „Laufend helfen“ zugute.

Einen Benefizzweck hatten die Verantwortlichen des Turnvereins als zusätzliche Motivation für die Hobbyläufer schon gefunden: die Integrationsgruppe des städtischen Kindergartens „Kunterbunt“ erhält eine Tastwand. Da aber nicht die ganze Einnahme dafür gebraucht wird, wurde beschlossen, dass die Familie von Ida Bickel den anderen Teil des Geldes erhält.

Seit einer Tumoroperation vor sechs Jahren ist die Meßkircherin ein Pflegefall und wird von ihren Angehörigen versorgt. Sie ist vollständig blind, muss gewaschen und gefüttert werden und sie hat ihr Kurzzeitgedächtnis fast vollständig verloren.

Begonnen hat der Leidensweg der Familie, als Rolf Bickel feststellte, dass seine Frau immer schlechter sehen konnte und sie immer häufiger auch über Kopfweh klagte. „Sie hatte aber schon immer eine extreme Angst vor Ärzten“, erklärt Tochter Yvonne, die damals 15 Jahre alt war, warum ihre Mutter eine Untersuchung immer weiter heraus schob. Als Rolf Bickel schließlich mit seiner Frau zum Arzt ging, wurde Gewissheit, was Ida vielleicht schon vermutet hatte: Ein Hirntumor drückte auf den Sehnerv. Er war zwar gutartig, aber schon weit fortgeschritten.

Die Operation fand zwei Tage später im Elisabethenkrankenhaus in Ravensburg statt. Der Arzt erklärte den Bickels zwar die Risiken, war aber zuversichtlich, dass alles gut geht. Es müsse wirklich alles schief gehen, dass der schlimmste Fall eintreffen könne – wie es schließlich passierte. Von morgens um 8 Uhr bis spät in die Nacht wurde operiert und als Rolf Bickel seine Frau sehen konnte, wurde sie nur noch von Maschinen am Leben erhalten. Drei „Schlägle“ hätte sie bei der Operation erlitten, erklärten ihm die Ärzte. Sie sei jetzt vollständig blind und halbseitig gelähmt.

Es folgten weitere Komplikationen, Operationen, Reha und schließlich der mühsame Weg für Ida Bickel, so viel wie möglich ihrer körperlichen Funktionen wieder zu aktivieren. Heute sitzt sie im Rollstuhl, kann aber unter Führung ein paar Schritte gehen. „Sie ist immer 40 Jahre alt“, erklärt Yvonne, was ihre Mutter antwortet, wird sie nach ihrem Alter gefragt. Von den sechs Jahren seither weiß sie nichts, aber viele Details ihres Lebens davor.

Auch wenn der Arzt ihm damals erklärte, dass es für Angehörige kaum zu schaffen sei, übernahm Rolf Bickel die Pflege seiner Frau selber. Große Unterstützung bekam er dabei durch die Sozialstation. Fünf Jahre hielt er es durch, 24 Stunden am Tag für seine Frau da zu sein, dann war er selber seelisch und nervlich am Ende. Er erlitt einen Schlaganfall und kann seitdem die Betreuung seiner Frau nicht mehr selber leisten. Seit einem Jahr teilen sich Tochter Yvonne und Idas Schwester Ulrike die Pflege. Viel Hilfe bekommt Yvonne dabei von ihrem Mann Alexander, der sie tatkräftig unterstützt und auch Rolf Bickel ist eine große Hilfe. Ist Ida Bickel bei ihrer Schwester Ulrike, nimmt diese sie überall mit, auch in den Schrebergarten der Eltern. „Da blüht sie richtig auf“, erzählt Yvonne, wie viel Freude das ihrer Mutter macht. Rolf Bickel hofft, dass er irgendwann seine Frau wieder selber pflegen kann, aber er weiß sie auch im Moment gut aufgehoben. Der große Zusammenhalt der Familie hilft ihm durch diese schwere Zeit.


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Nur mit den Augen reden - Frauengemeinschaft übergibt Spende

Meßkirch (mag) "Wie viele gibt’s, die einfach davon laufen" Als Christa Golz von der Katholischen Frauengemeinschaft Meßkirch Thilo Illgen die Hand drückt, kommt das von Herzen. Golz übergibt ihm einen Scheck über 500 Euro für seine Frau Steffi, den die KFD aus dem Projekt "Frauen in Not" beantragt hat. Die Initiative kam dabei von Beate Keller, die die Illgens von Arbeitseinsätzen für den Sportverein kennt: "Beim Schaffen waren die zwei immer dabei" beschreibt sie die zwei Meßkircher.

Damit ist es aber wohl erst mal vorbei. Steffi Illgen wurde durch eine Tumoroperation zum Pflegefall und ihr Mann kann die Spende gut gebrauchen, da er dabei ist, das gemeinsame Haus behindertengerecht umzubauen. Er will seine Steffi zu sich und den Kindern Sabrina und David nach hause holen. Im Moment ist sie noch im Gröberhaus untergebracht.

Der Leidensweg der 36jährigen begann letztes Jahr im Juli. An ihrem Arbeitsplatz in Krumbach hatte sie einen Span ins Auge bekommen, der augenärztlich entfernt werden musste. Die Sigmaringer Augenärztin stellte dabei einen ungewöhnlich hohen Augendruck fest und schickte ihre Patientin umgehend nach Tübingen. Dort wurde dann ein hühnereigroßer Tumor in der vorderen Hirnhälfte diagnostiziert. "Am Telefon sagte sie noch, es besteht die Gefahr, dass ihr Kurzzeitgedächtnis etwas Schaden nehmen könnte, war aber sonst zuversichtlich" erinnert sich Illgen an das letzte Gespräch mit seiner Frau.

Am nächsten Tag dauerte es dann lange, bis er einen Arzt erreichen konnte und die Auskunft war erschreckend. Zwar war der größte Teil des Tumors entfernt worden, die Operation war aber sehr schwierig gewesen. Nach Hirnblutungen auf beiden Seiten mussten die Hirnplatten entfernt werden und Steffi lag fünf Wochen im Koma. Danach folgte eine endlose Reihe von Komplikationen und Rückschlägen.

Mittlerweile zur Reha nach Zwiefalten verlegt, konnte nur das Nötigste therapiert werden, da immer wieder hohes Fieber jeden Fortschritt verhinderte. Nachdem ein infizierter Schand, über den das Hirnwasser abläuft als Ursache gefunden war, ging es zum ersten Mal langsam aufwärts. Durch eine Selbsthilfegruppe stellte Illgen den Kontakt nach Allensbach her und hier lag Steffi dann drei Monate, in denen es endlich die ersten Fortschritte gab.

"Seit Januar geht es Berg auf" atmet Thilo Ilgen auf, der jetzt monatelang zwischen den Krankenhäusern, seinem Arbeitsplatz, den Kindern und dem Haushalt unterwegs war. Dabei ist er seinem Arbeitgeber, der Firma Irßlinger sehr dankbar, dass sie jederzeit Verständnis für seine Situation zeigte. Auch für die Zukunft steht sein Arbeitgeber hinter ihm. Solange Steffi ein Vollpflegefall ist, kann Thilo nur halbtags arbeiten. Dass sich dieser Zustand irgendwann wieder ändert, daran zweifelt er nicht.

Noch wird Steffi künstlich ernährt, kann sich nicht bewegen und nur die großen Augen weisen darauf hin, dass sie alles versteht. "Nicht weinen, wir schaffen das doch" streicht er ihr über den Kopf, wenn dicke Tränen ihre Verzweiflung zeigen. Ein Krankengymnast, ein Ergotherapeut und eine Logopädin arbeiten mit Steffi "und wir natürlich" beschreibt er die Aufgabe die er und seine Kinder sich gestellt haben. Die meiste Arbeit müsse Steffi aber selber leisten. "Oft bekommen Patienten einen positiven Schub, wenn sie wieder zu hause sind" hofft er auf weiteren Auftrieb.

Im Juli soll zu hause alles fertig sein und dann hofft Thilo Illgen mit seinem unglaublichen Optimismus auf eine langsame Wende. "In fünf Jahren werden wir zwei an Fasnacht wieder Tanzen gehen" spricht er in die zwei großen Augen und drückt dabei Steffis Hand.

Texte: Martina Goldau